Karl Hans Schmid



Von «K12» zu «alder»
 
Was bewegt einen älteren Herrn, im Rahmen von ARt Herisau ein paar Bilder auszustellen? Keine einfache Frage. Ich werde versuchen, einigermassen chronologisch erst meinen beruflichen Hintergrund und dann meine Beweggründe für die Ausstellung darzustellen.
Ich bin Herisauer, aufgewachsen im damaligen Knabeninstitut Steinegg an der Eggstrasse, das meine Eltern führten. Als junger Mann aus einer Lehrerfamilie in vierter Generation war meine berufliche Laufbahn eigentlich vorgeprägt. Das waren

 

Meine beruflichen Stationen:
1963-1971 Sekundarlehrer Phil I in Urnäsch und an der Schweizerschule  Barcelona 1971-1978 Rektor der Schweizerschule Bogotá 1978-1984 Rektor der Schweizerschule Mexiko-City 1984-2000 Schulinspektor/Schulberater der Bildungsdirektion von Appenzell A. Rh. 2000-2008 Rektor der Schweizerschule Bogotá 2008 Pensionierung
Ich lebe seit meiner Pensionierung in Bogotá, verbringe aber jedes Jahr gute drei Monate in der Schweiz.
Seit 16 Jahren bin ich Delegierter von Kolumbien im Auslandschweizerrat und seit einigen Jahren auch Präsident des Schweizer Klubs Bogotá.

 

Das Leben eines Pensionärs in einer hektischen 8-Millionen-Stadt ist oft nicht einfach. Dass ich mich nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben nach einer ausgleichenden und inspirierenden Tätigkeit umsah, lag auf der Hand. In Claire Doebeli de Vega, einer gebürtigen Genferin und bekannten Malerin, fand ich die Person, die mich auf begeisternde Weise in die Malerei einführte. Heute noch suche ich ihr Atelier wöchentlich während eines halben Tages auf und lasse mich von ihrem Können leiten. Ich male abstrakte Bilder in Acryl und meistens in Mischtechnik. Nachdem ich meine Bilder anfänglich mit «K»(arl) und einer Jahreszahl signierte, meinte meine Lehrerin, da klinge zu sehr nach einem chemischen Produkt. Weshalb nicht «alder», der Familienname meiner Mutter, Picasso habe das schliesslich auch getan? Es ist nun wirklich nicht so, dass ich mich mit Picasso vergleichen würde.

 

Herisau und das Appenzellerland sind auch nach insgesamt 35 Auslandjahren meine Heimat geblieben. Und aus diesem Grund möchte ich, auch animiert von einigen Freunden, in meiner Heimat – sie ist es immer geblieben - ein paar meiner Bilder zeigen. Kolumbien ist mein Gastland, ich bin hier ein Aufenthalter oder ein «Arbeitsmigrant», keinesfalls aber ein Auswanderer. 

 

Bogotá, Juli 2019


Links: